Projektübersicht

Der Homo heidelbergensis ist mit seinen Alter von 600000 Jahren einer der wichtigsten Funde der Menschheit. Sein Name ist von der Stadt Heidelberg abgeleitet, der Fundort aber liegt in Mauer. Hier wurde 1907 das erste Fragment dieser Art entdeckt. Heute befinden sich außer wenigen Informationstafeln und einer kleinen Ausstellung im Rathaus keine Hinweise auf den Fund und seine Bedeutung. Eine Institution wie das geplante Museum wertet das kulturelle Umfeld der Gemeinde Mauer und der Region auf.

Kategorie: Kultur
Stichworte: Urmensch Klima Bildung Forschung Regionalgeschichte
Finanzierungs­zeitraum: 13.10.2020 08:22 Uhr - 08.01.2021 23:59 Uhr
Realisierungs­zeitraum: ab 2021

Worum geht es in diesem Projekt?

Die Bedeutung eines so kleinen Fundes wie einem Unterkiefer ist für Laien nicht auf den ersten Blick erkennbar. Das Museum soll einen Zusammenhang herstellen zwischen dem Fund, der Umwelt, dem Klima und der Geschichte der menschlichen Evolution. Moderne Ausstellungsmethoden sollen die Vermittlung von Wissen auf mehreren Ebenen möglich machen: für interessierte Laien, Kinder und Jugendliche ebenso wie für Fachbesucher und Wissenschaftler. Das Museum soll ein Ort der aktiven Forschung werden. Gastwissenschaftler sollen vor Ort in Laboren und Arbeitsräumen arbeiten können. Der Zugang zu Teilbereichen der Labore für Schulklassen und Projektgruppen soll möglich sein. Lehrerfortbildungen können hier ebenfalls abgehalten werden. Das Magazin soll den Besuchern zugänglich gemacht werden. Das Museumsgebäude selbst muss einem nachhaltigen baulichen Ansatz genügen und in die umgebende Landschaft in der Nähe der Fundstelle integriert werden. Die Sande von Mauer stellen ein einzigartiges Klimaarchiv dar, das gerade heute besonders wertvoll ist und wissenschaftlich bearbeitet werden soll.

Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?

Im Museum wird die Fundgeschichte des Unterkiefers des Homo heidelbergensis, seine Wissenschaftler und seine Geschichte seit 1907 präsentiert. Das Original des Unterkiefers befindet sich im Eigentum der Universität Heidelberg.
Über seinen Fundort des Kiefers, die Sandgrube Grafenrain, erfolgt eine Überleitung zu den Pflanzen und Tieren der damaligen Warmzeit. Diese liegt in einer Zeit des Übergangs relativ stabiler klimatischer Verhältnisse zu sehr schwankenden Klimaverhältnissen. Es folgte damals eine totale Vereisung. Die Auswirkungen auf Tier- und Pflanzenwelt sind groß, es verschwinden viele Tiere, während gleichzeitig neue Tierarten ihre „Chance ergreifen“. In den Mauerer Sanden wurden Überreste von 46 Säugetierarten gefunden, die allesamt in ihrer Umwelt dargestellt werden sollen. Im Umfeld des Museums soll eine urzeitliche Pferdeherde gehalten werden.
Zielgruppen sind die einheimische Bevölkerung, Schüler, Lehrer, Wissenschaftler, aber auch Touristen aus der Heidelberger Region.

Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?

Engagierte Privatpersonen und Unternehmen sollen diese gemeinnützige Initiative für ein Museum unterstützen. Das Jubiläumsjahr 2007 (100 Jahre Fund des Unterkiefers) hat eindrucksvoll gezeigt, dass ein riesengroßes Interesse vorhanden ist. Zehntausende Besucher informierten sich, nahmen an Führungen im kleinen Museum, im Heid’schen Haus und zur Fundstelle teil. Die Infrastruktur des kleinen Ortes Mauer profitierte maßgeblich von den Besuchern. Außerdem ist es gerade heute im Zeichen eines Klimawandels so wichtig, die langfristigen und ökologischen Zusammenhänge von Mensch und Umwelt zu erklären und zu verstehen.
Mit einer Unterstützung setzen sie Zeichen für die Übernahme von Verantwortung für das Gemeinwohl und die Region. Ein Engagement, das immer dann gefordert ist, wenn der Staat an seine Grenzen stößt.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Das gespendete Geld trägt zur Finanzierung des Museums, dem Ausbau des Lehrpfades zur Fundstelle des Unterkiefers und der Urzeitweide bei. Wenn mehr als das erhoffte Geld zusammenkommt, wird es diesen Projekten zugeschlagen. Außerdem gibt es viele kleine Projekte, die Sie durch eine Spende mitfinanziert können: einen Nachdruck des berühmten Werkes von Otto Schoetensack, eine Bilderausstellung über die Sandgrube Grafenrain in Mauer, die Erstellung eines Filmes über die Fundstelle und den potenziellen Bauplatz des Museums, die trockene und sichere Unterbringung von bereits vorhandenen Sammlungen.

Wer steht hinter dem Projekt?

Initiator des Projektes ist die gemeinnützige Stiftung Urmensch von Mauer. Stifter ist das Ehepaar Dr. Cornelia Sussieck und Dietrich Wegner. Die Gemeinde Mauer, insbesondere die Stiftung Urmensch von Mauer und der Bürgermeister von Mauer, John Ehret, stehen hinter dem Projekt. Die Stadt Heidelberg und das Kurpfälzische Museum unterstützten es mit Rat und Tat. Im Präsidium der Stiftung sind zurzeit Bgm. John Ehret, Prof. em. Dr. phil. Clemens Eibner und Prof. Dr. Friedemann Schrenk und Prof. Dr. Frieder Hepp. Das Kuratorium wird gebildet von Mineraloge Dr. rer. nat. Ulrich Bielert, Paläontologin Dr. rer. nat. Kristina Eck, Architekt Prof. Gero Quasten, Diplom-Geologe Dieter Schreiber, Diplom-Geologin Marion Schütz und der Archäologin Dr. Renate Ludwig